> Fritz B. Simon
> Nils Brunsson
> Alfred Kieser
> Dirk Baecker
> Thomas Cummings
> Rudolf Wimmer

Dirk Baecker
Key Note 4:
»Keine Routinen, nur Mitarbeiter!
Plädoyer für eine postklassische Organisation«

Formalismen ermöglichen es, sich lehrreich zu irren. Das hat sich in der Soziologie herumgesprochen und könnte auch für die Organisationsforschung hilfreich sein. Formalismen zwingen dazu, Annahmen über Abläufe bereits im Vorhinein zu formulieren und nicht erst im Nachhinein der dann bekannten Wirklichkeit anzupassen. Der klassische Formalismus der Organisation ist die Zweckroutine, die Zwecke und Mittel auf eine vorhersagbare Art und Weise miteinander zu verknüpfen und gegen Störungen zu verknüpfen erlaubt. Der postklassische, das heißt nach der Entdeckung des Problems der Unentscheidbarkeit der Wirklichkeit formulierte Formalismus der Organisation hingegen ist die Mitgliedschaftsregel, die es erlaubt, die Bestimmung und damit Entscheidung von Situationen zu delegieren und damit ins Unbestimmte, aber Bestimmbare zu verschieben. Der klassische Formalismus ist in Theorie und Praxis wohl verstanden, der postklassische nur in der Praxis. Wie sähe eine dazu passende Organisationstheorie aus und was hätten Management und Beratung von dieser Theorie?

Prof. Dr. Dirk Baecker lehrt Soziologie an der Fakultät für das Studium fundamentale an der Universität Witten/Herdecke. Zusammen mit Fritz B. Simon und Rudolf Wimmer gründete er das Management Zentrum Witten. Er versucht bis heute herauszufinden, was Charles Handy unter postheroischem Management versteht, und pflegt die Form als seine fixe Idee.